Der verlässliche Weg ist die Teilung. Bildet eine Pflanze mehrere Kronen oder Kindel, lässt sie sich vorsichtig auseinanderziehen - entscheidend ist nur, dass jeder Teil eigene Wurzeln behält. Werkzeug vorher desinfizieren, danach etwas schattiger und gleichmäßig feucht halten, bis neue Blätter kommen.
Bei Stecklingen liegt ein Missverständnis, das viele Pflanzen kostet: Der lange grüne Stiel ist ein Blattstiel, kein Trieb. Ein einzeln abgeschnittenes Blatt wurzelt nicht, egal wie lange es im Glas steht. Bewurzeln lässt sich nur ein Abschnitt des eigentlichen Sprosses - des kurzen, dicken Teils direkt über dem Substrat - und der muss mindestens einen Knoten tragen.
Die Aussaat ist etwas für Geduldige und in der Wohnung meist gar nicht möglich. Die winzigen Einzelblüten am Kolben sind zeitversetzt geschlechtsreif: zuerst weiblich, Tage später männlich. Eine einzelne Pflanze bestäubt sich deshalb praktisch nie selbst. Kommt es doch zu Früchten, dauert ihre Reife rund ein halbes Jahr, die Samen keimen nur kurz nach der Ernte, und bis zur ersten eigenen Blüte vergehen Jahre.
Zur Blüte selbst: Was aussieht wie eine Blüte, sind zwei Teile - das farbige Hochblatt und der Kolben, auf dem die eigentlichen Blüten sitzen. Bei den Blattanthurien fällt beides unscheinbar aus, oft grünlich. Das ist kein Mangel, sondern die Regel: Diese Arten werden für das Blatt kultiviert, nicht für die Blüte.
Wenn du nicht vermehren willst, kannst du den Blütenstand entfernen, damit die Energie ins Blatt geht. Geschnitten wird mit einem sterilen Skalpell direkt unter dem Kolben - bewusst nicht am Ansatz. So bleibt genug Abstand zum Spross, die Schnittstelle bindet sauber ab, und der verbliebene Stiel wird nach einiger Zeit von selbst abgestoßen, so wie bei einer verblühten Blüte.