Eine Hand hält eine junge Hoya carnosa mit weiß gerandeten Blättern, daneben ein Trieb mit gedrehten panaschierten Blättern und einer rosa Blütendolde vor hellgrünem Hintergrund

Hoya carnosa

  • Hell
  • Zimmerkultur
  • Pflegeleicht
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Licht

Hell

Hell – direkt am Fenster oder bis etwa einen Meter daneben; von der Pflanze aus siehst du ein großes Stück Himmel.
Halbschattig – zwei bis drei Meter vom Fenster oder Nordfenster; du kannst dort tagsüber ohne Licht lesen.
Schattig – dunkle Ecke, Flur, Bad; zum Lesen würdest du das Licht anmachen.

Direkte Sonne

Nur morgens/abends

Verträgt sie – mehrere Stunden Sonne direkt auf den Blättern sind kein Problem.
Nur morgens/abends – Morgen- und Abendsonne ja, Mittagssonne verbrennt die Blätter.
Keine – direkte Sonne führt zu Blattschäden.

Wasser

Fast vollständig abtrocknen

Gibt an, wie weit das Substrat zwischen zwei Wassergaben abtrocknen darf. Die Angabe bezieht sich immer auf das Substrat, das weiter unten genannt ist – in normaler Blumenerde bleibt es deutlich länger nass.

Luftfeuchtigkeit

Anspruchslos (40-50 %)

Normale Wohnraumluft liegt bei 40 bis 60 Prozent, im Winter darunter. Dauerhaft hohe Luftfeuchte kann im Wohnraum Schimmel begünstigen – solche Arten gehören in eine Vitrine, nicht ins Schlafzimmer.

Kulturform

Zimmerkultur

Zimmerkultur – normale Wohnraumbedingungen reichen.
Mit erhöhter Luftfeuchte – geht im Zimmer, braucht aber Unterstützung.
Vitrine empfohlen – im Zimmer möglich, aber langsam und heikel.
Terrarium oder Vitrine – für offene Zimmerkultur nicht geeignet.

Schwierigkeit

Pflegeleicht

Die Einstufung bezieht sich auf normale Wohnraumbedingungen. In einer Vitrine sind viele „anspruchsvolle" Arten unkompliziert.

Endhöhe

bis 200 cm

Richtwert für die Höhe, die die Pflanze in Zimmerkultur bei guten Bedingungen erreicht – nicht die Größe, die die Art in der Natur erreicht.

Wachstumstempo

Mittel

Orientierung unter guten Zimmerbedingungen, kein Versprechen. Licht, Luftfeuchte und Topfgröße beeinflussen das Tempo stark.

Die Art

Woran du Hoya carnosa erkennst

Wenn bei deinen Großeltern eine Wachsblume im Fenster stand, war es mit ziemlicher Sicherheit diese Art.

Hoya carnosa selbst ist schlicht grün: dicke, wachsig glänzende Blätter, breitoval bis leicht herzförmig, an blassgrauen Trieben, die sich winden und später verholzen. Die Blüte macht den Auftritt. Bis zu dreißig sternförmige Einzelblüten stehen in einer kugeligen Dolde, weißlich bis rosa, in der Mitte die rot gezeichnete Nebenkrone. Sie duften abends stark und geben klebrigen Nektar ab, der in Tropfen darunter hängt.

Was im Handel steht, ist fast immer eine Sorte - und da lohnt der zweite Blick. Sitzt das Weiß am Blattrand und ist die Mitte grün, hast du 'Tricolor', auch als 'Krimson Queen' verkauft. Ist es umgekehrt, Mitte cremefarben und Rand grün, ist es 'Krimson Princess', früher 'Rubra'. Beide gehen auf Züchtungen der 1950er Jahre zurück, beide werden bis heute vertauscht. Das Etikett sagt dir also wenig. Der Blattrand schon.

Auch die gedrehte 'Compacta' ist eine carnosa - Hoya compacta gilt heute als Synonym. Und beim Schneiden tritt weißer Milchsaft aus, der Haut und Augen reizt. Deshalb steht im Steckbrief reizend bei Kontakt, obwohl Hoyas als haustiersicher gelten.

Kugelige rosa Blütendolde einer Hoya carnosa mit dunkelroten Blütenmitten, darüber panaschierte Blätter mit cremeweißem Rand vor hellgrünem Hintergrund

Steckbrief

Alle Angaben im Detail

Pflege: was bei dieser Art anders ist

Der Unterschied zu den tropischen Hoyas liegt im Winter. Carnosa verträgt einen hellen, kühlen Stand bei 10 bis 15 Grad, und viele Gärtnereien setzen darauf, um die Blüte anzustoßen.

Der Haken ist das Gießen. Kühl und feucht zusammen ist die Kombination, an der sie eingeht: Bei 12 Grad verbraucht sie kaum Wasser, das Substrat bleibt tagelang nass, und die Wurzeln faulen, während oben noch alles gut aussieht. Stellst du sie kühl, gießt du deutlich seltener - im Zweifel gar nicht.

Und wenn sie trotz Kühle nicht blüht: Prüf zuerst das Licht.

Allgemeine Pflege dieser Gattung
Substrat, Gießen und Düngen
Substrat
Grob & rindenreich
Empfindlichkeit beim Gießen
Empfindlich gegen Nässe
Düngung
Gering
Empfindlichkeit beim Düngen
Salzempfindlich
Wuchs und Aussehen
Wuchsform
Kletternd
Rankhilfe
Optional
Blattform
Rundlich bis oval
Panaschierung
Keine
Endbreite
bis 60 cm
Blattlänge
bis 8 cm
Namen und Sicherheit
Deutscher Name
Porzellanblume
Im Handel auch als
Botanische Synonyme
Giftigkeit
Reizend bei Kontakt

Über die Zeit

So entwickelt sich Hoya carnosa

Junge Pflanzen tun erst einmal etwas Verwirrendes: Sie schieben eine lange, blattlose Ranke ins Nichts. Das ist kein Fehler, sondern ihre Art zu suchen - am Baum wäre das der Weg zum nächsten Ast. Blätter kommen später, wenn der Trieb Halt findet. Schneid ihn nicht ab.

Bis zur ersten Blüte vergehen ein paar Jahre, und sie hängt an der Größe, nicht am Alter allein. Danach kehrt sich die Rechnung um: Die Dolde sitzt auf einem verdickten Kurztrieb, und aus dem treibt sie über Jahre immer wieder aus - ausführlich steht das auf der Gattungsseite. Wer diesen Stiel nach dem Verblühen abschneidet, fängt jedes Mal von vorne an.

Herkunft

Wo Hoya carnosa herkommt

Karte des Verbreitungsgebiets: Südasien, Indochina und Ostasien hervorgehoben

Kew führt für Hoya carnosa ein Areal vom Osthimalaya über Myanmar und Laos nach Südchina samt Hainan, dazu Taiwan, Süd-Kyushu und die Nansei-Inseln. Als Lebensraum steht dort subtropisch - damit steht sie in ihrer Gattung ziemlich allein.

Genau daran hängt die Winterfrage. Sie ist eine der wenigen Hoyas, bei denen die vielzitierte kühle Überwinterung bei 10 bis 15 Grad zur Herkunft passt. Warum das für die meisten anderen Arten nicht gilt, ist auf der Gattungsseite ausargumentiert.

Verbreitungsangabe nach Plants of the World Online, Kew ↗

Nachgeprüft

Wo sich die Angaben zu Hoya carnosa widersprechen

Fast jede deutschsprachige Quelle gibt für Hoya carnosa ein Areal an, das von Indien über Ostasien bis Queensland in Australien und zu den Fidschi-Inseln reicht. Die Angabe steht auf den vordersten Plätzen genauso wie in einer universitären Giftpflanzen-Datenbank - offenbar über Jahrzehnte voneinander übernommen.

Kew sieht das anders. Dort endet das natürliche Vorkommen bei Laos, Süd-Kyushu und Taiwan; Fidschi ist als eingebürgert geführt, Australien gar nicht. Die australische Wachsblume ist eine andere Art, Hoya australis.

Wir folgen Kew, und das ist keine Pedanterie: Die kühle Überwinterung lässt sich nur mit dem subtropischen Areal begründen. Wer Queensland dazurechnet, nimmt der einzigen belegbaren Winterregel dieser Gattung ihre Grundlage.

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Von Hoya carnosa haben wir gerade mehrere Sorten da. Jede Pflanze suchen wir vor dem Versand einzeln aus - und von jeder halten wir nur wenige Exemplare.

Grundlage

Worauf diese Angaben beruhen

  • Botanischer Name, Gültigkeit, Synonyme, Verbreitungsgebiet und Biom: Plants of the World Online, Royal Botanic Gardens Kew.
  • Erstbeschreibung als Asclepias carnosa durch Carl von Linné den Jüngeren, Supplementum Plantarum: 170 (1782); Stellung in die Gattung Hoya durch Robert Brown, On the Asclepiadeae: 16 (1810).
  • Herkunftskarte: World Checklist of Vascular Plants, Govaerts R. (Hrsg.) 2026, Royal Botanic Gardens Kew.
  • Blatt- und Blütenmerkmale sowie Fruchtmaße: Sukkulenten-Lexikon Asclepiadaceae, Albers und Meve (Hrsg.), Eugen Ulmer 2002, und übereinstimmende botanische Beschreibungen.
  • Zuordnung der Sortennamen: 'Tricolor' und 'Krimson Queen' für die randpanaschierte Form, 'Krimson Princess' und 'Rubra' für die mittig panaschierte; beide gehen auf Patente der Gärtnerei Cobia aus den 1950er Jahren zurück. Belegt über Sortenbeschreibungen mehrerer europäischer und amerikanischer Spezialgärtnereien.
  • Die abweichenden Arealangaben bis Australien und Fidschi stehen in mehreren deutschsprachigen Nachschlagewerken und Pflegeportalen. Wir folgen der Verbreitungsangabe von Kew und benennen die Abweichung, statt sie zu übergehen.
  • Giftigkeit: Die ASPCA führt Hoya carnosa als ungiftig für Hunde und Katzen, die Giftpflanzen-Datenbank des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie der Universität Zürich stuft sie als in Ausnahmefällen sehr stark giftig ein. Wir setzen den Wert zurückhaltend auf reizend bei Kontakt und weisen auf den Milchsaft hin.
  • Maße, Wachstumstempo und Schwierigkeit sind Quellenwerte aus den Kulturangaben mehrerer Spezialgärtnereien. Eigene Kulturerfahrung mit dieser Art liegt noch nicht vor.

Eintrag der Art bei Plants of the World Online, Kew

Eintrag bei Plants of the World Online, Kew ↗

Einordnung Die Quellen widersprechen sich in Teilen - siehe Abschnitt oben