Kokoschips fallen in einen Terrakottatopf mit grober Substratmischung, hellgrüner Hintergrund

Materialkunde Kokoserde und Kokoschips: was sie können und wie viel in die Erde gehört

Kurz gesagt

Was es ist

Kokoserde ist das fein zerkleinerte Mark aus der faserigen Schale der Kokosnuss, Kokoschips sind dieselbe Schale in groben Stücken. Kokoserde hält 60 bis 70 Prozent Wasser und nimmt es auch nach dem Austrocknen sofort wieder auf, die Chips bringen Luft und Struktur an die Wurzeln. In unseren sieben Mischungen macht Kokos zusammen 25 bis 46 Prozent aus.

Kennwerte

Das kann es

Wasser

Hält 60 bis 70 % Wasser, nimmt es auch trocken sofort auf

Luft und Struktur

15 bis 35 % Luft, Kokoschips bringen deutlich mehr

pH-Wert

Schwach sauer, 5,0 bis 6,0

Haltbarkeit

Baut sich langsam ab, sackt mit der Zeit etwas nach

Im Substrat

So viel gehört in die Mischung

Kokos steckt in jeder unserer Mischungen, mal fein als Kokoserde, mal grob als Chips, meist beides. Die Anteile in Mengenteilen, gerechnet ohne die kleinen Zuschläge aus Aktivkohle, Lava-Kies und Nährstoffen:

  • Alocasia Erdmix: 2,5 Teile Kokoserde und 1 Teil Kokoschips von 10, zusammen 35 Prozent
  • Anthurium Erdmix: 1 Teil Kokoserde und 1,5 Teile Kokoschips von 10, zusammen ein Viertel
  • Aroid Erdmix: 1 Teil Kokoserde und 3,5 Teile Kokoschips von 10, zusammen 45 Prozent
  • Hoya Erdmix: 1,5 Teile Kokoserde und 1 Teil Kokoschips von 6,5, zusammen rund 38 Prozent
  • Orchideen Erdmix: 2 Teile Kokoschips von 5, also 40 Prozent, ganz ohne Kokoserde
  • Syngonium Erdmix: 2 Teile Kokoserde und 1 Teil Kokoschips von 6,5, zusammen rund 46 Prozent
  • Universal Erdmix: 2 Teile Kokoserde von 4,5, also rund 44 Prozent, ganz ohne Chips

Die Faustregel dahinter: Je mehr Luft eine Pflanze an den Wurzeln braucht, desto mehr Chips und desto weniger Kokoserde. Ein Teil ist dabei ein Raummaß, zum Beispiel ein Becher. Alle Rezepte mit Mengenrechner findest du unter Substrat selbst mischen.

Vergleich

Welcher Stoff wofür

StoffWasser und LuftpHGut fürBeleg
Kokoserdehält 60 bis 70 % Wasser, 15 bis 35 % Luft5,0 bis 6,0Wasserspeicher in ErdmischungenIVG Substratbuch
Kokoschipsgrobe Stücke, bringen viel Luft5,0 bis 6,0luftige Mischungen, Orchideen, BromelienIVG, Klasmann-Deilmann
Kokosfasersehr viel Luft, wenig Wasser5,0 bis 6,0Struktur in Mischungen, nicht als ErdeIVG Substratbuch
Torfähnlich wie Kokoserde, ausgetrocknet schwer wieder nasssehr sauer, wird für Erde aufgekalktGrundlage vieler BlumenerdenIVG Substratbuch
Perlithält 28 bis 50 % Wasser, 95 % Porenvolumenneutral, etwa 7Luft in ErdmischungenKnauf Perligran

Die Quellen stehen unten unter Grundlage.

Gut zu wissen

Häufige Fragen

Kokoserde oder Torf: was ist besser?

Im Topf verhalten sich beide ähnlich: Kokoserde hält 60 bis 70 Prozent Wasser und 15 bis 35 Prozent Luft, das entspricht schwach bis mäßig zersetztem Hochmoortorf. Den Unterschied merkst du, wenn die Erde einmal ganz ausgetrocknet ist. Kokoserde nimmt Wasser dann sofort wieder auf, trockener Torf lässt es oft erst einmal ablaufen.

Torf ist von Natur aus sehr sauer und wird für Blumenerde erst aufgekalkt, Kokoserde liegt mit pH 5,0 bis 6,0 schon nahe am Bereich vieler Zimmerpflanzen. Dafür sackt Kokos mit der Zeit etwas stärker als Hochmoortorf. Unsere sieben Mischungen sind alle torffrei und verbinden Kokos mit groben Stoffen, die die Struktur halten.

Kokoserde oder Kokoschips: was nimmst du wofür?

Beides kommt aus der faserigen Schale der Kokosnuss. Kokoserde ist das feine Mark daraus und speichert Wasser. Kokoschips sind die Schale in groben Stücken und bringen Luft zwischen die Wurzeln: Je nach Anteil können grobe Kokosstücke die Luft in einer Mischung um 10 bis 40 Volumenprozent erhöhen.

Für Pflanzen, die gleichmäßig feucht stehen wollen, darf mehr Kokoserde in die Mischung, für luftbedürftige Pflanzen wie Orchideen oder Bromelien mehr Chips. Wie unterschiedlich das ausfällt, zeigen unsere Mischungen: Der Universal Erdmix kommt ganz ohne Chips aus, der Aroid Erdmix setzt mit 3,5 von 10 Teilen auf sie, der Orchideen Erdmix verzichtet ganz auf Kokoserde.

Wie wässerst du einen Kokos-Quellziegel?

Leg den Ziegel in einen großen Eimer und gieß lauwarmes Wasser darüber, für einen üblichen Ziegel von 650 Gramm je nach Hersteller 3 bis 5 Liter. Nach etwa einer halben Stunde ist er weich, dann lockerst du ihn mit den Händen auf. Heraus kommen 8 bis 11 Liter lockere Kokoserde.

Gib das Wasser lieber in zwei Portionen dazu und gieß nur nach, wenn noch harte Stellen bleiben. Ist die Erde danach tropfnass, lässt du sie ausgebreitet etwas abtrocknen, bevor du sie mischst. Brauchst du nur wenig, brichst du ein Stück vom Ziegel ab und lässt nur das quellen.

Ist Kokoserde salzig?

Sie kann es sein. Kokospalmen wachsen oft in Küstennähe und lagern Kalium, Natrium und Chlorid in der Fruchtschale ein. Für Substrate wird das Material deshalb mit Süßwasser gewaschen. Viele Hersteller puffern es zusätzlich mit Calcium oder Magnesium, damit es diese Salze später nicht an die Wurzeln abgibt.

Gute Ware erkennst du an den Angaben gewaschen und gepuffert, an einem niedrigen Salzgehalt oder EC-Wert auf der Packung oder an einem Gütezeichen wie RAL oder RHP. Fehlen solche Angaben, spülst du die gequollene Erde vor dem Mischen einmal mit klarem Wasser durch.

Für welche Pflanzen ist Kokoserde nicht geeignet?

Pur ist Kokoserde für kaum eine Zimmerpflanze die beste Wahl: Sie hält 60 bis 70 Prozent Wasser und bringt fast keine Nährstoffe mit. Als Teil einer Mischung passt sie dagegen zu den meisten.

Kakteen und Sukkulenten wollen zwischen zwei Gießgängen gut abtrocknen, für sie gehört Kokoserde höchstens als kleiner Anteil in eine überwiegend mineralische Mischung. Orchideen, Bromelien und andere Pflanzen, die viel Luft an den Wurzeln brauchen, wachsen besser in groben Kokoschips oder Rinde als in feiner Kokoserde.

Ist Kokoserde besser als Blumenerde?

Hier stehen sich ein Rohstoff und ein fertiges Produkt gegenüber. Blumenerde ist eine Mischung, die schon Kalk und Dünger enthält. Kokoserde ist ein einzelner Bestandteil: Sie speichert Wasser ähnlich gut wie Torf und nimmt es auch nach dem Austrocknen sofort wieder auf, bringt aber kaum Stickstoff und Phosphor mit.

Pur in den Topf gegeben, braucht sie deshalb von Anfang an Dünger. Ihre Stärken spielt sie in einer Mischung aus, zusammen mit groben Stoffen für Luft und einem Dünger für die ersten Monate. Genau so sind unsere Mischungen aufgebaut.

Kann man Kokosfaser als Erde verwenden?

Im Handel steht Kokosfaser oft für zwei verschiedene Dinge: das feine Kokosmark, das als Kokoserde verkauft wird, und die langen Fasern selbst. Die Fasern sind nicht erdig, sie bringen sehr viel Luft und halten wenig Wasser. Sie lockern eine Mischung auf, tragen eine Pflanze aber nicht allein.

Wer Kokosfaser als Erde sucht, meint also meist Kokoserde. Feines, krümeliges Material ist Kokosmark, lange Fasern sind Strukturmaterial. Die Bezeichnung Kokostorf führt dabei in die Irre: Mit Torf hat Kokos nichts zu tun, Torf entsteht nur im Moor.

Muss man Kokoserde düngen?

Ja. Kokoserde enthält praktisch so wenig Stickstoff und Phosphor wie Hochmoortorf. Dazu kann das Material beim langsamen Abbau Stickstoff binden, der dann der Pflanze fehlt. Reine Kokoserde braucht deshalb von Anfang an regelmäßig Dünger.

Unsere Mischungen nehmen dir das für den Start ab: Sechs der sieben sind für mindestens drei Monate vorgedüngt. Danach düngst du in der Wachstumszeit wie gewohnt.

Warum wachsen Pilze auf Kokoserde?

Kokoserde ist organisch, und wie auf Torf oder Rinde siedeln sich darauf Pilze an, die von abgestorbenem Material leben. Auf Kokossubstraten zeigt sich dabei besonders oft der kleine gelbe Faltenschirmling. Der Pflanze schadet er nicht, meist zeigt er nur, dass die Erde lange feucht steht.

Weißen Flaum und gelbe Pilze hebst du einfach mit einem Löffel ab. Weil die Giftigkeit des Faltenschirmlings nicht geklärt ist, entfernst du ihn sofort, wo Kinder oder Haustiere drankommen. Wie du ihn loswirst und vorbeugst, steht unter Schimmel auf der Blumenerde.

Worauf achtest du beim Kauf von Kokoserde?

Auf vier Dinge. Erstens gewaschen und gepuffert, damit keine Salze an die Wurzeln gehen. Zweitens eine Angabe zum Salzgehalt oder EC-Wert, je niedriger, desto besser. Drittens ein Gütezeichen wie RAL oder RHP, das die Qualität des Materials bestätigt. Viertens die Form: Ziegel sind leicht und lange lagerfähig, lose Ware ist sofort fertig.

Ob ungedüngt oder vorgedüngt, hängt vom Zweck ab. Für eigene Mischungen nimmst du ungedüngte Ware und gibst den Dünger gezielt dazu.

Fertig gemischt

Steckt in diesen Mixen

Einzeln kaufst du Kokoserde meist als Ziegel oder im Beutel und Kokoschips in einem zweiten Beutel. Für einen Topf brauchst du von beidem nur einen Teil, dazu kommen Rinde, Perlit, Wurmkompost und Co., die du ebenfalls einzeln kaufen müsstest.

In unseren fertigen Mischungen steckt Kokos schon im passenden Verhältnis, fein, grob oder beides, zusammen mit allen anderen Zutaten. Den Literpreis siehst du direkt bei jeder Mischung.

Grundlage

Worauf diese Angaben beruhen

  • Kokoserde, Kokoschips und Kokosfaser: Substratbuch des Industrieverbands Garten (IVG), Gütekriterien der Gütegemeinschaft Substrate für Pflanzen, Herstellerangaben Klasmann-Deilmann.
  • Quellziegel, Pilze und Vergleichsstoffe: Herstellerangaben zu Kokosziegeln, Pilzinformation der Stadt Wien, IVG zu Torf, Knauf zu Perlit.
  • Unsere Mischungen: Herstellerangaben von Sybotanica, Stand September 2026.

EinordnungBeruht überwiegend auf Fachliteratur und Herstellerangaben